Isabel übt Texteschreiben für ihr Studium, hier über Barockbögen …

Unsere Viola-Stimmführerin Selina hat sich unlängst auf einer gesamt-österreichischen Bratschentagung an der Bruckneruniversität Linz herumgetrieben. Dort hat ein Bratschenprofessor aus Salzburg folgenden Satz von sich gegeben: »Wenn man Barockmusik mit einem modernen Bogen spielt, ist das … wie wenn man mit Wanderschuhen Laufen geht, oder umgekehrt.«

Es geht nämlich gar nicht um die Authentizität, sondern die Musik steht wieder einmal im Mittelpunkt. Also nicht weiße Lockenperücken, sondern die Bögen, die man braucht, um die barocken Phrasierungen so richtig aus der Saite herauszuholen. Wir haben übrigens diesbezüglich auch Tipps von einem Theorbisten erhalten, der professionell in diversen namhaften Barockensembles spielt und in unserem Weihnachtskonzert die Continuo-Gruppe geführt hat.

Es wird bei Aufnahmeprüfungen an der Musikuniversität, ja sogar bei Prima la Musica immer deutlicher, dass die Beschäftigung mit musikalischer Aufführungspraxis nicht mehr nur einem Expertenkreis angehört, sondern allgemein auch schon bei sehr jungen Musikern vorausgesetzt wird.

Es war also echt ein Glück auf Lena Hamelbeck-Galle zu treffen, die vor nicht langer Zeit in Wien eine Werkstatt zur Anfertigung von Barockbögen für alle Streichinstrumente eröffnet hat. Sie war sofort von der Idee begeistert dem JSO die Möglichkeit zu geben, Erfahrung in diesem neuen Spielgefühl zu sammeln. Also stellte sie uns 5 Violinbögen, 2 Bratschenbögen, 2 Cellobögen und 2 Kontrabassbögen zur Verfügung, von denen wir viel gelernt haben und die uns echt viel Freude bereitet haben. Danke Lena!