GERLINDE ZICKLER

Im Jugendsinfonieorchester Tulln von Anfang an dabei. MentorInnen: ehemalige Musikschuldirektorin Elisabeth Deutsch, meine Geigenlehrerin Isabell Schneider und Orchesterleiter Hans Peter Manser Als zartes, kleines Mädchen, von Knochentuberkulose geplagt, habe ich sehr viele MusikerInnen sehen und hören dürfen. Musik hat mitgeholfen meinen Körper heilen zu lassen, jedoch habe ich nie selbst ein Instrument erlernen können, obwohl in mir die Seele dafür brannte. Es war für mich in diesem Alter auch nie wichtig von wem die Musik war, sie musste einfach mein Herz berühren. Ein großes Vorbild für mich ist mein Vater, Arnold Perdacher, der noch in der K.u.K Zeit im Kindesalter bei seinem berühmten und beliebten Onkel Rudolf Perdacher in Graz, Violine-Unterricht bekommen hatte. Sein Onkel war schon als 13 jähriger Bub Schüler bei Joseph Joachim, österreich-ungarischer Violinist, Dirigent und Komponist in Berlin, damals wohl einer der bedeutendsten Violinisten seiner Zeit. Mein Vater spielte viele Jahre in verschiedensten Formationen, war Sänger, Schauspieler, Regisseur und gründete Theater. So war er auch Gründungsmitglied der Obersteirischen Volksbühne St. Michael in der Steiermark, die heute noch sehr beliebt ist und das Publikum begeistert. Seine Violine wurde ein Opfer des zweiten Weltkrieges. Er spielte nie mehr wieder Geige, bis ich ihn drängte doch wieder zu spielen, und er sich im Schloss Potzneusiedl eine alte Violine aussuchen durfte. Da war er bereits 67 Jahre alt geworden. Mit großer Freude lauschte ich seinem Violinspiel. Ich war begeistert und beeindruckt. Zwei Jahre später kaufte er sich ein Violincello, weil man für das Ensemble des Kirchenchores einen Cellisten suchte. Bis dahin hatte er noch nie Cello gespielt. Bis zu seinem 84. Lebensjahr war er Cellist im Kammerorchester Traismauer, welches heute noch Konzerte gibt. So erlebte ich mit ihm noch viele tolle Konzerte in Stiften. Schlössern und Kirchen. All seine Künste hat er neben seinem Beruf mit Freude, Leidenschaft und sozialem Engagement ehrenamtlich zum Wohle der Mitmenschen gemacht. Er hat mir ein schönes Erbe hinterlassen. Die Geige meines Großonkels Rudolf, die er von einer Gönnerin für sein virtuoses Geigenspiel geschenkt bekommen hatte. Sie lag nun vor mir ohne Ton und Stimme. So ging ich als Erwachsener mit der Violine in die Musikschule Tulln um einen Lehrer zu finden mir das Geigenspiel zu lehren, um den Weg meines Vaters weiter zu gehen. Meine Ausbildung: Industriekauffrau Pseudonyme: Rosenmädchen, Seelenclown Tschtischo