ISABEL SCHNEIDER

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Ich bin in Konstanz am Bodensee geboren und habe es im Gymnasium nicht in den Schulchor geschafft, aber in das Schulorchester. Mit wachsendem Handwerk habe ich etwas später auch im JKO (Jugendkammerorchester) Konstanz mitgespielt. Dieses Orchester hat mich nach Prag mitgenommen, was 1981 ziemlich aufregend war. Das musste weitergehen. Während meiner Gymnasialzeit verbrachte ich, wohl um den englischen Wurzeln meiner Mutter zu folgen, ein Semester auf der St Mary’s Musicschool Edinburgh, was ich unglaublich genossen habe: vierzig Schüler in der ganzen Schule, zu viert in einer Klasse, zwei Geigenstunden pro Woche, Musiktheorie, ein Chor, in dem ich singen durfte, usw. Zurück im deutschen Gymnasium fand ich das meiste trüb, aber über das deutsche Prima la Musica bin ich glücklicherweise im Bundesjugendorchester gelandet. Dort habe ich im Alter von vierzehn bis siebzehn gespielt und ehrlich gesagt hat die Vorfreude auf die vierteljährlichen Arbeitsphasen in der Zeit alles geschlagen. Die Probenphasen waren meistens in der Landesmitte, also bin ich am südlichsten Zipfel Deutschlands in den Zug gestiegen, und im Laufe der Fahrt haben die Waggons sich mit BJOlern gefüllt. Schule, Eltern, … – alles war plötzlich ganz weit weg. Mit dem BJO habe ich drei Wochen lang in einem Kibbuz in Jerusalem geprobt und Konzerte gespielt, war auf Spanientournee und bin in Sälen wie der Berliner Philharmonie aufgetreten. Ein Jahr vor dem Abitur konnte ich wohl nicht mehr warten und habe die Schule verlassen, geübt um eine Aufnahmeprüfung zu bestehen um bald darauf in der Schweiz mit dem Musikstudium zu beginnen. Mit dem abgeschlossenen Studium in der Tasche habe ich mich, und dieser Entschluss war nicht besonders durchdacht, auf die andere Seite der Weltkugel nach Sydney begeben und bin dort eineinhalb Jahre lang meiner Aufenthaltsbewilligung hinterher gelaufen, dreimal umgezogen, habe viele Gigs gespielt, auch mit dem Sydney Symphonie Orchestra, und das erste Mal in meinem Leben so richtig unterrichtet. Der starke Wunsch wieder zurück nach Europa zu kommen, hat mich dann nach Wien gebracht, wo ich einige Jahre lang in diversen Orchestern freischaffend tätig war, bis ich 1998 die Stelle an der Musikschule Tulln gefunden habe oder sie mich. Seit etwas mehr als zwei Jahren ist dort auch Hans-Peter Manser und mit ihm das JSO Tulln in seiner jetzigen Form. Darüber bin ich sehr glücklich!